OPERNPLATZ 2, FRANKFURT AM MAIN

Einladungswettbewerb 2016: Anerkennung

Ein wesentlicher Teil der Planungsaufgabe war es, zu prüfen, wie sich das neue Haus zukünftig zum Stadtraum verhält. Der Verfasser ist zu der Überzeugung gekommen, dass der vorhandene Baukörper und seine Stellung an der Ecke zum Opernplatz eine städtebaulich sehr ausgewogene stimmige Situation zeigen soll, die er sowohl durch eine Einengung als auch durch eine größere Gebäudehöhe an der Ecke nur verlieren kann. Daher sind diese beiden Parameter – Baulinie und Traufhöhe – in unserem Entwurf gesetzt. Gleichwohl ist es möglich, durch einen größeren, besser organisierten Neubau der attraktiven Situation – am Park und gegenüber der Alten Oper – stärker Rechnung zu tragen.  Vorgeschlagen wird ein Baukörper mit sechs Voll- und zwei Staffelgeschossen. Mit dieser Gliederung führen die Vollgeschosse die alte Traufhöhe der Nachbargebäude am Eingang der Goethestraße konsequent und präzise fort. Gleichzeitig betont das Staffelgeschoss die Achsialität des Gebäudes und seine neue, gleichwertige Ausrichtung zur Wallanlage. Die herausragende Qualität der Bauaufgabe und des Hauses liegt in seiner allseitigen Freistellung: Zur Stadt, zum Opernplatz und zur Wallanlage zeigt sich ein repräsentativ und kraftvoll gestalteter Baukörper. Der öffentliche Raum reicht direkt an das Haus, welches dadurch in seinen beiden Sockelgeschossen ausschließlich urbane und attraktive Nutzungen aufweisen kann. Fünf Einzelhandelseinheiten, die sich über zwei, großzügig verglaste Ebenen zum Stadtraum orientieren, flankieren den öffentlichen Raum. Zusammen mit der Gastronomieeinheit aber insbesondere über die zentral „durchgesteckte“ hohe  Eingangshalle, wird die Parkseite zur Stadtseite und damit zu einem gleichwertigen öffentlichen Raum. Analog zu dem nördlich anschließenden Platzraum zwischen Oper und angrenzender Randbebauung wird ein neuer urbaner Freiraum gewonnen, der aus der vormaligen Rückseite eine Vorderseite macht.
Erschlossen wird das Haus über seine Mittelachse: Eine repräsentative, hohe Halle verzahnt Gebäude, Stadt und Park miteinander. Hohe, auf beiden Seiten bündig in die Fassade eingelassene, Eingangsportale gewähren Ein- und Durchblicke. Die einzige Störung im Baukörper – die Tiefgarageneinfahrt – ist konsequent in die Gliederung und Gestaltung der Fassade integriert und erfährt dadurch eine zurückgenommene Präsenz.