NEUBAU INFORMATIK/MATHEMATIK, J.W. GOETHE-UNIVERSITÄT, CAMPUS WESTEND, FRANKFURT

nichtoffener Wettbewerb 2018

Das Gebäude der Informatik und Mathematik ist einer der letzten Neubauten zur Komplettierung des Campus Riedberg. Das zur Verfügung stehende Baufeld ist so groß, dass bei einer kompakten Ausbildung des anstehenden Bauvorhabens eine auskömmlich große Fläche verbleibt, um zu einem späteren Zeitpunkt einen weiteren großen Hochschulbau oder eine hochschulnahe Einrichtung realisieren zu können. In Zeiten, in denen die Dynamik der Universitäten kaum Gren- zen kennt, sehen wir in dem vorgeschlagenen kompakten Fußabdruck einen wesentlichen Vorteil. Der kompakte Baukörper formuliert zur Riedberg-Allee und zum Otto-Stern-Zentrum kraftvolle städtebauliche Kanten, die dem öffentlichen Raum eine Fassung und dem Gebäude eine Adresse verleihen.

Der viergeschossige Neubau für die Informatik und Mathematik stellt sich in die Tradition der herausragenden Hochschulbauten des Riedbergs – insbesondere der Physik und der Geowissen- schaften – deren Architekturen als kraftvolle Setzungen, wie zuletzt auch bei dem im vergangenen Jahr entschiedenen Wettbewerb für den Neubau der Chemie, den Versuch unternehmen, dem Campus Riedberg in Ermangelung einer prägnanten Masterplanstruktur dennoch einen charakter- istischen Städtebau zu verleihen. Zusammen mit dem aktuell projektierten Studentenwohnheim, das wie die Mathematik eine Blockrandschließung zur Riedbergallee und zum Campus darstellt, sollen klar ablesbare Stadträume geschaffen und Raumkanten definiert werden:

Durch die lange Eingangsfront des Neubaus parallel zum Otto-Stern-Zentrum und seinen Hörsaal- terrassen kann in dessen Umfeld der gefasste öffentliche Raum entstehen, der am Campus Riedberg bisher vermisst wurde: einen platzartige Freifläche, die den Übergang vom Stadtteil zum Campus bildet und den Hochschulbauten einen urbanen Vorraum gibt.

Der Neubau und die Bibliothek bilden über die volle Länge des Grundstücks ein vis-a-vis und spannen einen Platzraum auf, der nach Süden über den Campus hinweg einen schönen Blick auf die Frankfurter Skyline freigibt.
In der Mitte dieses Platzes, von Straßenbahnhaltestelle einsehbar aber dem Campus zugewandt, befindet sich der Haupteingang des Gebäudes. Über eine breit gelagerte Öffnung gelangt man in das 4m hohe Erdgeschoss, in dem alle Versammlungsräume gut einsehbar und erschlossen ange- ordnet sind. Zwei Lichthöfe ermöglichen den Einfall von Tageslicht in die Tiefe des Grundrisses und zonieren die Aufenthaltsbereiche des Foyers. Eine große Freitreppe in einem hohen Luftraum verbindet funktional und optisch das öffentliche Erdgeschoss mit den Instituten in den Obergeschossen.