MESSEHALLE 12, FRANKFURT

nichtoffener Wettbewerb 2014: Teilnahme

Die neue Halle wird so auf dem Grundstück angeordnet, dass einerseits ein spannungsreicher Bezug zum Portalhaus und zum Messeturm im Osten entsteht, andererseits größtmögliche Verkehrsflächen im Süden verbleiben.

Architektonisch lebt die Halle von dem Wechsel zwischen der winkelförmigen, geschlossenen Struktur aus Gebäuderücken und Dach und den großzügig verglasten Foyerflächen der seitlichen Foyers und der öffentlichen Bereiche (Via, Restaurant, Bistro, Foyer). Mit der in die Halle integrierten 200 m langen Via Mobile findet der öffentliche Raum des Portalhauses eine räumliche Fortsetzung. Die Blickbeziehung auf den Messeturm, das Torhaus, die Festhalle und den Messecampus bieten Identität und Orientierung. Die Nordfassade – das Gesicht zur Messe – erfährt nicht nur räumlich in Form der hohen Lufträume und eingehängten Ebenen (Verbindungssteg, Restaurant, Bistro) eine Betonung, sondern auch eine konstruktive Überhöhung in Form der Schrägstellung des Tragwerks und der Fassade.

Die neue Messehalle wird in zwei Bauteile gegliedert – in die zweigeschossige Halle und in einen kranzartigen, mehrgeschossigen Baukörper. Dadurch können Halle und Kranz nach ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten und funktionalen Anforderungen konstruiert werden. Das Dachtragwerk der Halle 2 trägt keine weitere Nutzung, sondern kann ohne Brandschutzqualität – als Stahlträger mit Trapezblech, Tageslicht, natürlicher Entrauchung und Photovoltaik – leicht ausgebildet werden. Zwei Stützenreihen im Drittelspunkt der Hauptträger (Stahlfachwerk) tragen jeweils über 26m spannende Stahlverbundträger.

Flexibilität und optische Großzügigkeit werden durch Hallenabmessungen erreicht bei denen man ohne Treppenräume im Halleninneren auskommt. Aufwendige Fluchttunnel im Kellergeschoss, die auch nicht kompatibel zu dem Ring aus Installationsgängen wären, sind nicht erforderlich.
Bei einer Hallentiefe von 86m werden an den Längseiten insgesamt sieben Treppenräume so gegeneinander versetzt angeordnet, dass keine Restflächen entstehen. Die Treppenräume haben jeweils einen Lastenaufzug und zwei Schachteltreppen mit jeweils 1,80m Laufbreite und Schleusen. Zwei zusätzliche Treppenräume im westlichen und östlichen Foyer haben statt des Lastenaufzugs zwei Personenaufzüge. Die Treppenhäuser der Längsseiten haben im EG direkte Ausgänge, die beiden Foyertreppenräume führen über Terrassen auf +14m und eine Außentreppe nach draußen.

Alle erforderlichen Stellplätze (ca. 1000 St.) werden bei 3,75m Geschosshöhe im Kranz untergebracht. Ihre optimale Anbindung – an eine Ein- und eine Ausfahrtsrotunde sowie an alle Lastenaufzüge – bietet eine hohe Funktionalität und der Messe sogar längerfristig die Möglichkeit zur Umnutzung (zu Lagerflächen oder sogar zu Büros). Ferner liegen in dem Kranz alle Nebenräume (WC, Lager, Büros) sowie alle Technikflächen. Für Sattelschlepper stehen auf dem Grundstück im Wesentlichen südlich der Halle ca. 93 Standplätze zur Verfügung.