ZENTRALBIBLIOTHEK DER TU CHEMNITZ, UMBAU UND ERWEITERUNG DES DENKMALGESCHÜTZTEN GEBÄUDES “ALTE AKTIENSPINNEREI”, CHEMNITZ

Städtebaulicher Ideen- und Realisierungswettbewerb 2013: 1. Preis + 3. Preis


Die exponierte Stellung der Aktienspinnerei und ihr achsialer Bezug über den Schillerplatz zum Theaterplatz verlangt eine städtebauliche Neuordnung, die dieses markante Ensemble würdigt und stärkt.
Stadträumlich war die Anordnung des Busbahnhofs innerhalb dieser Platzfolge eine Sünde, die rückgängig gemacht werden sollte. Auch in einem Erhalt des Pylonendaches sehen wir eine große städtebauliche Problematik.
Unter der Berücksichtigung, dass mit der Umnuzung der Spinnerei zur Bibliothek zusätzlich noch zwei Hochschulbauten errichtet werden können, sollte man trotz der hochbaulichen Qualität des Pylondaches nicht noch einmal den Fehler machen und städtebauliche Qualitäten zurückstellen. So halten wir es für geboten, die zwei neuen Hochschulbauten auf dem Vorplatz der Aktienspinnerei ausschliesslich nach den städtebaulichen Kriterien zu “setzen”:
Das neue Hörsaalgebäude könnte die Süd-Ost-Ecke zum Schillerplatz und das Fakultätsgebäude die Süd-West-Ecke fassen. Bei einer ähnlichen Grundfläche und einer ähnlichen Höhe 8Bürogeschosse entsprechen in etwa 3 Hörsaalgeschossen) beider Häuser entstünde eine ausgewogene städtebauliche Figur, die an historische Qualitäten der Chemnitzer Stadtmitte anknüpft. Zusammen mit der alten Aktienspinnerei wird ein öffentlicher Raum gefasst und aufgespannt, der zum Zentrum des universitären Lebens werden könnte. Die Foyerflächen der neuen Hochschulbauten sind die niveaugleichen Fortsetzungen des öffentlichen Raums. Große Öffnungen in den ansonsten kompakten “Steinhäusern” stellen attraktive Bezüge zwischen der Hochschulnutzung und der Stadt her. Das Hörsaalgebäude verfügt über zwei Zugänge, von der Straße der Nationen und von dem Bibliotheksplatz.